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 03.04.12

Peer Drive Clean: kein Alk im Straßenverkehr

Das Institut Suchtprävention startet mit seinem Fahrschulprojekt heuer in die fünfte Saison. Aktive Teilnahme und kritische Auseinandersetzung sind die Grundsätze von „Peer Drive Clean“. Das Prinzip: Junge Erwachsene („Peers“) agieren als Partner und diskutieren auf gleicher Augenhöhe mit den Fahranfängern/innen.

 

 

Party-Stimmung, ein paar alkoholische Getränke – und dann nach Hause, aber wie? Gerade junge Menschen, die gerne ausgehen, stehen immer wieder vor der Frage: Wie komme ich sicher nach Hause, wenn ich Alkohol getrunken habe?

 

Im Projekt „Peer Drive Clean“ werden Fahranfängerinnen und -anfänger für Trink-Fahr-Konflikte sensibilisiert und sollen selbst Lösungsideen erarbeiten. Zwei Trainer/innen („Peers“) halten dazu einen eineinhalbstündigen Workshop im Rahmen der regulären Fahrschulausbildung. Die Peers sind 18- bis 24-jährige Erwachsene, meist Student/innen im pädagogischen bzw. sozialen Bereich. Sie sind aufgrund ihres Alters für die Fahrschüler/innen besonders glaubwürdig und vermitteln lebensnahe Botschaften.

 

Lebhafte Diskussion statt Frontalunterricht

 

Peer Drive Clean hat nichts mit Frontalunterricht zu tun. Vielmehr stehen Selbstreflexion, Erfahrungsaustausch und Diskussion im Mittelpunkt. Die Fahrschüler/innen erarbeiten selbst Alternativen zum Fahren unter Alkoholeinfluss – vom Sammeltaxi bis zum Übernachten bei Freunden oder einer kleinen „Gegenleistung“, wenn mal die Eltern als Chauffeure einspringen. Die Fahranfänger sind aktiv Lernende und nicht passiv Konsumierende! Zum Einsatz kommt auch eine so genannte „Rauschbrille“, die den Zustand der Beeinträchtigung durch psychoaktive Substanzen simuliert und zugleich ein Medium darstellt, um mit Gruppen zum Thema Rausch ins Gespräch zu kommen.

 

Wie wichtig stärkere Sensibilisierung bei Alkohol oder anderen psychoaktiven Substanzen im Straßenverkehr ist, zeigt die Statistik: Knapp ein Drittel (31%) aller im Straßenverkehr Verletzten und 23 % aller Verkehrstoten des Jahres 2010 entfielen auf die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung nur 12 % betrug.[1] Die Gründe für schwere Verkehrsunfälle in dieser Altersgruppe sind vielfältig. Unerfahrenheit, Selbstüberschätzung und Temporausch einerseits, aber auch Alkohol am Steuer andererseits, stellen große Probleme dar.[2] Der Konsum von Alkohol oder anderen psychoaktiven Substanzen birgt gerade bei der Verkehrsteilnahme hohe Gefahren. Junge Fahrzeuglenker/innen sind überproportional an Alkoholunfällen beteiligt. Speziell an Wochenenden wird zwischen Alkohol- und Drogenkonsum sowie Autofahren nicht immer strikt getrennt – Stichwort: „Discounfälle“.[3]

 

Erfolgreicher Präventionsansatz

 

Als assoziierter Partner des gleichnamigen EU-Modellprojektes führt das Institut Suchtprävention seit dem Jahr 2008 das Projekt Peer Drive Clean an derzeit zehn oberösterreichischen Fahrschulen durch. Das Angebot wird finanziell durch die Verkehrsabteilung des Landes OÖ unterstützt und über den Fachverband der Fahrschulen (WKOÖ)ausgeschrieben. Auf diese Weise kann Peer Drive Clean von interessierten Fahrschulen kostenfrei in Anspruch genommen werden. Die Fahrschul-Peers werden am Institut Suchtprävention ausgebildet und gecoacht.

 

Die drei Hauptziele von Peer Drive Clean lauten:

  • Sensibilisierung für die Gefahren im Straßenverkehr, die in riskanten und verantwortungslosen Verhaltensweisen ihren Ursprung finden.
  • Lösung von „Trink-Fahr-Konflikten“; d.h. auf riskante Situationen vorbereitet sein, diese erkennen und angemessen handeln.
  • Reduzierung der Verkehrsunfallzahlen von jugendlichen FahrzeuglenkerInnen, die auf den Einfluss von Alkohol und illegale Drogen zurückgeführt werden.

 

 

Tolles Feedback der Fahrschüler/innen

 

Zwischen 2008 (Pilotversuch) und 2011 wurden bislang über 300 Kurse in Oberösterreich durchgeführt, an denen über 4000 Fahrschüler/innen teilgenommen haben. Im Rahmen der Pilotphase wurden über 400 Teilnehmer/innen der PDC-Einheit mittels Fragebogen zur Kurszufriedenheit befragt. Die Auswertung der Feedbackbögen bestätigt den Präventionsansatz. Einerseits gibt es eine überaus hohe Zufriedenheit der Teilnehmenden. 88% in den Peer-Projekt-Kursen sind dafür, dass „alle FahrschülerInnen am Peer-Projekt teilnehmen können sollten“. Darüber hinaus bleiben auch die diskutierten Inhalte präsent. Unter anderem gaben 80% an, dass sie jetzt „gut oder eher wissen, wie sie Rauschfahrten vermeiden können“.

 

 

Weitere Infos gibt's hier: www.praevention.at/presse/index.php/nav.6/view.30/entity.detail/key.31/