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Mein Mann ist alkoholabhängig. Was kann ich tun?

Von Primar Dr. Felix Fischer, Leiter des Therapiezentrums Traun (gespag)

 

Mit einem Menschen, der alkoholabhängig ist zusammenzuleben, ist eine
schwere Belastung.
Denn die Nähe zum Betroffenen und die Unberechenbarkeit der
Krankheit verschlingen einen Großteil der seelischen Energie. Familienangehörige passen
sich mit den Jahren an die häufige Alkoholisierung des Erkrankten an. Doch Frequenz
und Schwere der Trunkenheit bleiben nicht gleich, sondern nehmen zu.

Konflikte ohne Ergebnis, grobes Verhalten und Gefährdung der materiellen
Existenz.
Die Auswirkungen der Alkoholisierungen auf das alltägliche Leben sind
gravierend. Die Vergröberung des Verhaltens, mehr Konflikte und viele Auseinandersetzungen,
die ohne Ergebnis bleiben, sind die Folgen. Die immer häufiger werdenden
Räusche durchkreuzen alle geplanten gemeinsamen Aktivitäten. Das für Alkohol aufgebrauchte
Geld gefährdet zunehmend die materielle Existenz der Familie. Alkoholisierte
Menschen missachten die Grenzen eines liebevollen Umgangs, die Stimmung während
der Trunkenheit schlägt plötzlich um und das Verhalten des Betroffenen wird unberechenbar.

Angehörige leiden an Scham und Isolation. Das enge Zusammenleben führt zum
Verlieren des Maßes, welche Alkoholisierung noch tolerabel ist. Häufig werden von den
Angehörigen Gefahren, etwa durch „Alkohol am Steuer“, unterschätzt und damit hohe
Risken eingegangen. Angehörige schämen sich und beginnen sich zu isolieren, weil
sie das Gefühl haben, Mitverursacher der Abhängigkeit zu sein.

Versuchen Sie nicht zu lang, den Alkoholkonsum des Erkrankten zu begrenzen.
Ob liebevoll oder streng, dies führt praktisch nie zum gewünschten Ergebnis, da die
Abhängigkeit nur durch das Erreichen einer Abstinenz gestoppt werden kann. Lassen
Sie sich nicht durch Versprechungen und Besprechungen weiter hinhalten, sondern
drängen Sie auf eine fachgerechte Behandlung der Abhängigkeit. Hoffen Sie nicht, dass
„alles von selbst besser wird“. Diese Hoffnung wird sich nicht erfüllen.

Was Sie zur Sicherheit Ihrer Familie unbedingt beachten sollten. Alkoholisierte
Menschen haben eine geringere Schwelle, seelische und körperliche Gewalt anzuwenden.

Schützen Sie daher in erster Linie Kinder und alte Menschen, wenn eine Situation
eskaliert. Wenn Sie Alkohol im Atem riechen, so hat dieser Mensch auf jeden Fall
zwischen 0,8 und 1,2 Promille im Blut. Diese Person ist gewiss fahruntauglich und darf
keinesfalls ans Steuer!

Wie erkenne ich eine Alkoholabhängigkeit? Wenn Sie den Eindruck haben, dass
Ihr Angehöriger zu viel und zu regelmäßig trinkt, verschaffen Sie sich Klarheit durch
professionelle Beratung. Beachten Sie, dass vor allem Sie als Angehöriger jetzt persönliche
Unterstützung brauchen! Beachten Sie auch, dass einem von Alkohol abhängigen
Familienmitglied nur durch professionelle Hilfe geholfen werden kann, nicht jedoch durch
innerfamiliäre Intervention! Jedenfalls von Alkohol abhängig ist ein Mensch, der trotz
finanzieller, gesundheitlicher, sozialer oder beruflicher Probleme trinkt.

Alkoholabhängigkeit ist behandelbar. Die Bedingung dazu ist eine konsequente,
auf Behandlung und Abstinenz zielende Haltung der Umgebung. Die notwendigen
Informationen für Beratung und Therapie finden Sie unter +43 (0)50 554 62-29571
bei der „Ambulanz für Alkoholkranke und Medikamentenabhängige“ im Therapiezentrum
Traun der OÖ. Landesnervenklinik Wagner-Jauregg.

 

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vier fragen zum erkennen
einer eigenen abhängigkeit

Haben Sie sich schon manchmal gedacht, Sie sollten Ihr Trinken reduzieren?
Werden Sie wütend oder gereizt, wenn Sie jemand auf Ihr Alkoholtrinken anspricht?
Fühlen Sie sich schuldig oder als Versager, wenn Sie daran denken, wie oft Sie mit
Alkohol übermäßig umgehen? Ist es Ihnen schon passiert, dass Sie am Morgen
nach einem Trinkereignis Alkoholisches getrunken haben und sich anschließend
besonders gut und aufgeweckt gefühlt haben?

 

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Sind zwei Fragen mit „Ja“ zu beantworten, können Sie davon ausgehen, dass eine Abhängigkeit besteht.