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Hilfe bei Angst und Panik

Von Dr. Eduard Walter Czamler, Psychiater und Psychotherapeut, Wels

 

Angst ist die menschliche Reaktion auf eine bedrohliche Situation sowie auf
Ereignisse, die sich unserer Kontrolle entziehen. Angst bereitet uns auf Kampf oder
Flucht vor. Die Muskulatur spannt sich an, das Herz beginnt zu rasen, der Blutdruck
steigt, die Atmung beschleunigt sich und unsere Wahrnehmung verändert sich.

Wann ist Angst eine Krankheit? Wenn sich die normale Angst, die uns
vor Gefahren schützt, verselbstständigt, ohne äußere Ursache auftritt und dabei körperlich,
in den Gedanken und im Verhalten wirksam wird, liegt eine Angststörung vor. In unserer
Innenwelt malen wir uns Katastrophen aus, fühlen uns hilflos oder tief beschämt.
Dazu kommt das Verhalten bei Angst: Menschen werden starr vor Schreck, beginnen
zu zittern oder versuchen panisch zu flüchten. In Folge vermeiden sie die ängstigenden
Situationen und sogar den Blickkontakt mit dem, was die Angst ausgelöst hat.
Der Alltag des Betroffenen ist deutlich beeinträchtigt, die Fähigkeit, zu arbeiten oder
den Alltag zu bewältigen, kann in seltenen Fällen verloren gehen.

Jeder Mensch hat eine individuelle Angstschwelle. Vererbung und Prägungen
in der Kindheit spielen hier eine wichtige Rolle. Wissen und vertraute Tätigkeiten,
Entspannendes und Geborgenheit können Angst vermindern. Fremde Situationen, Stress
und Einsamkeit wiederum wirken Angst auslösend. Auch Medikamente und psychoaktive
Substanzen verändern die Angstschwelle. Alkohol kann Angst vermindern, Kaffee
hingegen erhöht die Angstbereitschaft.

Panikattacken, Phobien, generalisierte Angst. Panikattacken sind plötzlich, ohne
äußere Ursache auftretende, heftigste Angstzustände mit Herzklopfen, Schweißausbrüchen,
Zittern, Mundtrockenheit, Atemnot und Schwindel. Weiters können das Gefühl,
in Ohnmacht zu fallen oder zu sterben, ein Gefühl von Unwirklichkeit und das Gefühl,
wahnsinnig zu werden, auftreten.

Phobien sind Ängste vor bestimmten Situationen oder Tieren, etwa vor Spinnen,
Mäusen oder Schlangen, sowie die Angst vor Höhe und vor dem Fliegen. Sehr einschränkend
sind die Angst vor freien Plätzen (Agoraphobie) und die „soziale Phobie“.
Diese Angst vor übermäßiger Kritik von anderen beginnt häufig im Schulalter, führt
üblicherweise zu schlechten Noten und schließlich zu weiteren Hindernissen in der
Berufslaufbahn.

Unter einer „generalisierten Angst“ leiden Menschen dann, wenn eine
anhaltende Angst erlebt wird, die sich nicht auf bestimmte Situationen beschränkt,
sondern „frei flottiert“. Die Betroffenen klagen dann über Nervosität, Zittern, Verspannungen,
Schwitzen, Benommenheit, Schwindel, Bauchbeschwerden und Herzklopfen.

Gute Heilungschancen bei Angststörung. Die moderne Behandlung der Angststörung
kombiniert Medikamente, vorzugsweise Antidepressiva, mit Psychotherapie. Dabei steht
eine Vielfalt verschiedener Verfahren zur Verfügung. Die Angststörung ist unkompliziert
zu behandeln, die Heilungschancen sind gut, sinken jedoch mit der Dauer der Störung,
da das menschliche Hirn durch die Angst geprägt wird und Veränderungen damit
entsprechend schwieriger werden.

 

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hilfreiche gedanken
zur bewältigung der angst

„Ich weiß, dass es sich bei meinem Zustand um eine Panikattacke handelt
und dass ich körperlich gesund bin!“
„Ich weiß, dass diese Panikattacke nach wenigen Minuten wieder vorbei sein wird.“
„Ich weiß, dass außer mir niemand diese Panikattacke bemerkt.“
„Ich bleibe trotz dieser Panikgefühle aufmerksam für die Realität und nehme wahr,
was ich im Augenblick gerade sehe, höre, rieche, spüre
und was ich außer Angst sonst noch fühlen kann.“
„Ich bin zuversichtlich, dass es eine passend Behandlung für meine Angststörung gibt!“